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Besuch der Fachtagung für Informatik

Symbolbild: Leiterplatte und natürliche Spiralstruktur zum Thema Informatik und Schöpfung.

Die 27. Informatiktagung in Krelingen bot viele Anregungen zum Nachdenken über Schöpfung, biologische Information und wissenschaftliche Erkenntnis. Besonders wichtig wurde mir die Frage, wie Beobachtung und weltanschauliche Deutung zusammenhängen.

Rückblick · 26.–29. Februar 2016

Wer die Schöpfung ernst nimmt, darf genau hinsehen. Ein christliches Argument wird stärker, wenn es Messdaten, Erklärungsmodelle und weitergehende weltanschauliche Schlussfolgerungen klar unterscheidet.

Begegnungen und Fragen

Vom 26. bis 29. Februar 2016 nahm ich an der 27. Informatiktagung im Geistlichen Rüstzentrum in Krelingen teil. Das Wochenende bot viel Stoff zum Staunen über den Aufbau der Schöpfung und zum Nachdenken über seine Erklärung.

Besonders freute ich mich über eine Tischgemeinschaft mit Werner Gitt. Dabei konnte ich Fragen zur Beweisführung anhand von Naturgesetzen und zur wissenschaftlichen Methode ansprechen. Für die Verteidigung des Glaubens ist es wichtig zu verstehen, was ein Argument tatsächlich zeigt und welche zusätzlichen Annahmen es benötigt.

Information in den Genen

Harald Binder von der Studiengemeinschaft Wort und Wissen führte in die Welt der Gene und die Entwicklung der Genforschung ein. Der Vortrag gab Anlass, geläufige Aussagen über Erbinformation genauer zu hinterfragen.

Ein wichtiger Grundsatz für solche Diskussionen lautet: Eine Prozentangabe zur genetischen Ähnlichkeit ist nur zusammen mit der verwendeten Vergleichsmethode verständlich. Welche Abschnitte werden verglichen, welche Unterschiede gezählt und welche Bereiche bleiben unberücksichtigt? Eine Zahl ohne diese Angaben kann leicht mehr Eindeutigkeit suggerieren, als die Untersuchung liefert.

Auch das Wort „Information“ muss geklärt werden. Eine technische Messgröße, eine biologische Funktion und eine bedeutungstragende menschliche Botschaft sind nicht ohne Weiteres dasselbe. Wer aus genetischer Information auf einen Schöpfer schließt, sollte die Übergänge seines Arguments ausdrücklich erklären.

„Alles Leben aus Leben“

Die Formel omne vivum ex vivo bringt eine grundlegende Beobachtung der Fortpflanzung und der Auseinandersetzung mit spontaner Entstehung unter gewöhnlichen Bedingungen zum Ausdruck. Für unser Nachdenken über den Ursprung des Lebens ist diese Beobachtung bedeutsam.

Die historische Entstehung des ersten Lebens ist damit jedoch nicht bereits in jeder Hinsicht experimentell entschieden. Die Frage nach einer erstmaligen Entstehung unter früheren Bedingungen unterscheidet sich von der Frage, ob heute unter gewöhnlichen Bedingungen aus beliebigem unbelebtem Material spontan Organismen entstehen. Ein Argument sollte diese Unterscheidung offenlegen.

Wir bekennen Gott als den Schöpfer des Lebens. Dieses Bekenntnis braucht aber keine überzogene Behauptung darüber, was ein einzelnes Experiment logisch für alle denkbaren historischen Situationen beweisen könnte.

Daten und Deutung

Wissenschaftliche Beobachtungen werden mithilfe von Begriffen, Methoden und Modellen ausgewertet. Deshalb ist die Unterscheidung zwischen Daten und Deutung hilfreich. Sie bedeutet nicht, dass man aus denselben Daten beliebig jede gewünschte Geschichte ableiten dürfte. Manche Erklärungen passen besser, machen genauere Vorhersagen oder benötigen weniger Zusatzannahmen.

Auch zwischen methodischem und metaphysischem Naturalismus ist zu unterscheiden. Die methodische Suche nach natürlichen Ursachen innerhalb einer wissenschaftlichen Untersuchung beweist nicht, dass die Wirklichkeit insgesamt keinen Schöpfer haben könne. Erst diese weitergehende Ausschlussbehauptung ist eine umfassende weltanschauliche These.

Was eine mögliche Erklärung zeigen würde

Wenn ein Versuch einen plausiblen natürlichen Entstehungsweg für einen bestimmten biologischen Baustein zeigt, folgt daraus noch nicht, dass genau dieser Weg historisch stattgefunden hat. Es folgt aber auch nicht „gar nichts“: Die Möglichkeit eines solchen Weges wäre dann besser begründet als zuvor.

Eine faire Beurteilung unterscheidet daher Möglichkeit, Wahrscheinlichkeit und tatsächlichen historischen Ablauf. Diese Unterscheidung schützt sowohl vor vorschnellen naturalistischen Schlussfolgerungen als auch vor einer pauschalen Abwertung von Forschung.

Wahrheitsliebe zeigt sich auch darin, die Reichweite eines guten Arguments nicht zu übertreiben.

Die Tagung bleibt mir als anregende Gelegenheit in Erinnerung, Fragen zu stellen und weiterzudenken. Wir möchten die Welt als Gottes Schöpfung verstehen und gerade deshalb sorgfältig mit dem umgehen, was wir über sie behaupten.

Historischer Tagungsbericht mit vertiefender methodischer Einordnung. Die Erläuterungen sind keine wörtliche Wiedergabe der genannten Referenten. Weiterführend: der Blogbeitrag „Ist die Evolutionstheorie bewiesen?“

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