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CHRISTOlogisch · Trinität · A08

Warum genau drei Personen?

2 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Wenn Liebe ein Gegenüber verlangt, genügen zwei Personen. Wenn Eigenschaften Personen begründen, könnten auch Weisheit, Macht oder Gerechtigkeit eigene Personen sein. Warum sollen es genau drei sein?

1. Wir errechnen Gottes inneres Leben nicht

Die Schrift offenbart den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Sie berichtet von ihren Beziehungen und ihrem gemeinsamen göttlichen Wirken. Darauf beruht die Dreizahl. Das Bekenntnis entsteht nicht dadurch, dass wir zuerst einen unbestimmten Gott annehmen und dann überlegen, wie viele Personen für seine Eigenschaften nützlich wären.

Thomas weist genau diese Verwechslung zurück: Geschöpfliche Wirkungen lassen sich nicht einfach in einen Beweis bestimmter innergöttlicher Personen verwandeln. Die Kenntnis dieser Personen verdanken wir der Offenbarung.[1]

2. Eigenschaften sind keine zusätzlichen Handelnden

Gott ist weise, gerecht und mächtig. Daraus folgt nicht, dass „Weisheit“, „Gerechtigkeit“ und „Macht“ drei weitere Personen wären. Solche Begriffe sagen, wie Gott ist. Die personalen Aussagen benennen dagegen, wer zu wem in Beziehung steht: Der Vater liebt den Sohn; der Sohn bittet den Vater; der Geist wird als ein anderer Beistand gesandt.

Auch wenn Christus Gottes Weisheit genannt wird, ist der Vater deshalb nicht ohne Weisheit. Eine einem göttlichen Namen besonders zugeordnete Eigenschaft wird nicht aus dem gemeinsamen göttlichen Wesen herausgeschnitten und verselbständigt.

3. Der Geist ist nicht nur ein drittes Wort für dieselbe Beziehung

Johannes 14,16 unterscheidet den bittenden Sohn, den gebenden Vater und den anderen Beistand. Johannes 15,26 ergänzt den vom Vater ausgehenden Geist, den der Sohn sendet und der von ihm Zeugnis gibt. Der Geist ist damit nicht schlicht der Vater unter einem anderen Namen und auch nicht der Sohn in einer späteren Rolle.

Die trinitarische Lesart braucht also keinen spekulativen Sprung von zwei Personen zu einer dritten. Sie folgt einer bereits im Text beschriebenen Unterscheidung.

4. Was das Liebesargument leisten kann

Johannes 17,24 bezeugt die Liebe des Vaters zum Sohn vor der Welt. Gott musste keine Geschöpfe erschaffen, um erstmals zu lieben. Das erhellt die Unabhängigkeit seiner Liebe von uns. Es beweist aber für sich weder die Zahl drei noch die genaue Weise des Ausgangs des Geistes.

Eine vierte Person hinzuzufügen wäre keine notwendige Vertiefung dieses Befundes, sondern eine unbegründete Ergänzung. Wir bekennen die von Gott offenbarte Fülle. Wir behaupten nicht, sie durch eine von seiner Offenbarung unabhängige Rechnung erzeugt zu haben.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. Thomas von Aquin, Summa theologiaeI, q. 32, a. 1: Keine natürliche Demonstration der Dreizahl; Unterscheidung von Offenbarung und Erläuterung.
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