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CHRISTOlogisch · Trinität · J03

Macht die „Monarchie des Vaters“ den Sohn zu einem geringeren Gott?

3 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Wenn der Vater Ursprung des Sohnes und des Geistes ist, besitzt er etwas, das ihnen fehlt. Dann scheint nur er der höchste Gott zu sein; Sohn und Geist wären abgeleitete und untergeordnete göttliche Wesen.

1. Unverwechselbarkeit ist nicht Unvollkommenheit

Der Vater ist nicht Sohn, und der Sohn ist nicht Vater. Daraus folgt nicht, dass dem einen eine göttliche Vollkommenheit fehlt. Vatersein ist keine höhere Menge an Gottheit. Es bezeichnet eine personale Beziehung. Wäre es eine zur vollen Gottheit erforderliche Vollkommenheit, könnte der Sohn tatsächlich nicht voll Gott sein. Genau diese Voraussetzung ist jedoch falsch.

Umgekehrt fehlt dem Vater keine göttliche Vollkommenheit, weil er nicht Sohn ist. Die Beziehungen sind verschieden; das Wesen, die Macht und die Herrlichkeit werden nicht nach Rängen verteilt.

2. „Ursprung“ darf nicht unbemerkt „Schöpfer“ bedeuten

In der klassischen Rede von der Monarchie des Vaters bezeichnet Ursprung die Ordnung der personalen Beziehungen. Thomas erläutert in I, q. 33, a. 1, dass damit weder ein zeitliches Früher noch eine geringere Natur dessen behauptet wird, der vom Vater ist. Er vermeidet gerade eine Bedeutung von Ursache, die getrennte Substanzen und geschöpfliche Abhängigkeit nahelegt.[1]

Eine Kette „höchster Gott – niedrigerer Gott – noch niedrigeres Wesen“ wäre keine Auslegung der Trinität, sondern ihr Ersatz durch abgestufte Gottheiten. Wer solche Abstufung aus dem Wort Ursprung ableitet, muss erst zeigen, dass der verwendete Herkunftsbegriff diese Bedeutung tatsächlich enthält.

3. Johannes verbindet Ordnung und gleiche göttliche Ehre

Johannes 5 nennt den Vater als den, der sendet und dem Sohn Gerichtsvollmacht gibt. Derselbe Zusammenhang sagt, dass der Sohn Leben gibt, wem er will, und dass alle ihn ehren sollen, wie sie den Vater ehren (5,21–23). Die Sendungsordnung hebt die gleiche göttliche Ehre nicht auf.

Johannes 16,14–15 beschreibt den Geist als den, der Christus verherrlicht und von dem Seinen nimmt. Jesus fügt hinzu, dass alles, was der Vater hat, sein ist. Die Sendungen erschließen die Gemeinschaft der Personen. Sie erlauben nicht, aus jeder Richtung des Gebens eine Rangstufe geringerer Gottheit zu machen.

4. Keine Person besitzt eine größere Gottheit

Thomas begründet die Gleichheit der Personen damit, dass das eine göttliche Wesen kein Mehr und Weniger zulässt. Eine größere Gottheit des Vaters und eine kleinere des Sohnes wären gerade nicht dieselbe ungeteilte Gottheit.[2]

Christliche Traditionen erklären die Herkunftsbeziehungen und besonders das Hervorgehen des Geistes nicht in allen Punkten gleich. Diese Unterschiede sind von der gemeinsamen Grenze zu unterscheiden: Sohn und Geist sind keine Geschöpfe und keine minderen Götter. „Monarchie“ ist nur dann eine trinitarische Aussage, wenn sie diese Grenze wahrt. Sie bezeichnet keine Herrschaft eines göttlichen Individuums über zwei unterlegene Mitgötter.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. Thomas von Aquin, Summa theologiaeI, q. 33, a. 1: Ursprung ohne zeitliche Priorität und ohne Wesensminderung.
  2. Thomas von Aquin, Summa theologiaeI, q. 42, a. 1–2: gleiche Gottheit, Macht und Ewigkeit.
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