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CHRISTOlogisch · Trinität · D08

Wie kann Gott sterben und versucht werden?

2 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Gott ist unsterblich und wird nicht zum Bösen versucht. Jesus dagegen wird versucht, stirbt und wird von Gott auferweckt. Sind diese Tatsachen nicht mit seiner Gottheit unvereinbar?

1. Der Widerspruch entsteht erst durch eine Gleichsetzung

„Der Sohn ist seiner Gottheit nach unsterblich“ und „der Sohn stirbt seiner Menschheit nach“ verneinen nicht denselben Satz im selben Sinn. Die Aussagen gelten von derselben Person, aber aufgrund verschiedener Naturen. Die Menschwerdung bedeutet gerade, dass der Sohn eine wirkliche menschliche Lebensweise annimmt, ohne aufzuhören, Gott zu sein.[1]

Diese Unterscheidung ist kein nachträglich angeklebter Ausweg: Hebräer 2 begründet ausdrücklich, weshalb er an Fleisch und Blut teilhat, um durch den Tod zu erlösen.

2. Sterben bedeutet nicht Aufhören zu existieren

Der Tod Jesu ist ein wirklicher menschlicher Tod. Seine göttliche Natur zerfällt nicht und die Trinität verliert nicht vorübergehend eine Person. Klassisch wird der Tod als Trennung von menschlicher Seele und Leib verstanden, während beide dem einen Sohn verbunden bleiben.[2]

Deshalb dürfen wir sagen, dass der Sohn Gottes für uns starb. Wir dürfen daraus nicht machen, die Gottheit als solche sei sterblich geworden. Umgekehrt wäre es falsch, nur einen vom Sohn getrennten Menschen sterben zu lassen.

3. Versuchung setzt keine innere Sündhaftigkeit voraus

Hebräer 4,15 verbindet Jesu wirkliche Versuchung mit seiner Sündlosigkeit. Äußerer Angriff, Hunger, Leiden und die Kosten des Gehorsams sind reale menschliche Belastungen. Sie setzen nicht voraus, dass der Sohn in seiner Gottheit vom Bösen angezogen wird. Jakobus 1,13 beschreibt Gottes Unzugänglichkeit für böse Verführung; er verbietet nicht, dass der menschgewordene Sohn solchen Angriffen ausgesetzt wird.

Auch ein sicherer Sieg macht einen erlittenen Angriff nicht unwirklich. Die Realität der Prüfung wird an ihrer tatsächlichen Belastung gemessen, nicht an einem notwendigen inneren Wunsch zu sündigen.

4. Die Auferweckung ist kein fremdes Rettungsmanöver

Das Neue Testament beschreibt die Auferweckung als Handeln Gottes, spricht vom lebensschaffenden Geist und lässt Jesus ankündigen, den Tempel seines Leibes wieder aufzurichten. Johannes 10 verbindet sein freiwilliges Sterben mit seiner Vollmacht, das Leben wieder zu nehmen.

Diese Aussagen konkurrieren nicht wie drei Berichte über verschiedene Täter. Sie bezeugen das eine göttliche Handeln. Jesu wirklicher Tod und seine Auferweckung zeigen daher die Tiefe seiner Menschwerdung; sie widerlegen nicht seine göttliche Identität.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. Konzil von Chalkedon, GlaubensdefinitionDie eine Person Christi in zwei unvermischten und ungetrennten Naturen.
  2. Thomas von Aquin, Summa theologiaeIII, q. 50, a. 2–3: Der Tod trennt Leib und Seele; er löst die Verbindung mit dem göttlichen Sohn nicht auf.
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