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CHRISTOlogisch · Trinität · K07

Ist die Trinität nur ein Symbol religiöser Erfahrung?

3 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Vater, Sohn und Geist könnten verschiedene Weisen beschreiben, wie Menschen Gott erfahren. Warum daraus Aussagen über ein ewiges innergöttliches Leben machen, das niemand beobachten kann?

1. Symbolische Sprache muss nicht unwahr sein

Ein Symbol kann auf eine wirkliche Sache verweisen. Der Ausdruck „Symbol“ entscheidet deshalb noch nicht, ob eine Aussage wahr ist. Die entscheidende Frage lautet: Bezeichnen Vater, Sohn und Geist wirkliche personale Beziehungen Gottes, oder werden sie vollständig auf menschliche Erlebnisse reduziert?

Die zweite Behauptung verändert den Inhalt des christlichen Bekenntnisses. Sie erklärt nicht nur dessen Sprache; sie bestreitet, dass diese Sprache etwas Bestimmtes über Gott selbst aussagt.

2. Johannes beginnt ausdrücklich vor unseren Erfahrungen

Der Logos ist im Anfang bei Gott, und durch ihn wird alles Geschaffene. Damit wird er nicht aus einer späteren religiösen Wahrnehmung abgeleitet. Er gehört zum Grund der Welt, in der überhaupt Menschen wahrnehmen können.[1]

Johannes 17,5 und 17,24 sprechen von Herrlichkeit beim Vater und von dessen Liebe vor Grundlegung der Welt. Wer diese Aussagen nur als Ordnung menschlicher Erfahrungen liest, muss erklären, weshalb ihr ausdrücklicher vorweltlicher Bezug keine entsprechende Wirklichkeit bezeichnen soll. Der Hinweis auf fehlende Beobachtbarkeit widerlegt diesen Offenbarungsanspruch nicht.

3. Die Sendung erklärt die Erfahrung, nicht umgekehrt

Galater 4 beschreibt zuerst die Sendung des Sohnes und dann die Sendung des Geistes des Sohnes in unsere Herzen. Der Ruf „Abba, Vater“ entsteht aus diesem göttlichen Handeln. Paulus gewinnt die Namen nicht dadurch, dass er drei Gefühle sortiert.

Die Richtung der Begründung ist entscheidend: Wir erfahren Sohnschaft, weil Gott seinen Sohn und seinen Geist sendet. Nicht erst unsere Erfahrung erzeugt einen Sohn und einen Geist als hilfreiche Bilder. Würde man die Personen auf Wirkungen reduzieren, wäre gerade ihr offenbartes Verhältnis zum Vater verändert.[2]

4. Erkenntnis Gottes ist nicht auf unmittelbare Beobachtung beschränkt

Auch unter Menschen erkennen wir Personen nicht nur durch äußere Messung, sondern durch ihre wahrhaftige Mitteilung. Gottes Selbstoffenbarung ist dabei nicht von menschlicher Zuverlässigkeit abhängig; sie ist der Grund, an dem wir unser Verständnis prüfen.

Der Einwand müsste deshalb zeigen, dass Gott sich nicht wahrhaftig über sein eigenes Leben mitteilen kann oder dass die betreffenden Texte etwas anderes sagen. Die bloße Forderung, nur unmittelbar Beobachtbares dürfe als wirklich gelten, setzt bereits einen Erkenntnismaßstab voraus, den die Schrift nicht anerkennt. Die trinitarische Erfahrung ist Antwort auf Gottes Wirklichkeit, keine Herstellung dieser Wirklichkeit.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. Robert L. Reymond, A New Systematic Theology of the Christian FaithDer Prolog des Johannesevangeliums als Aussage über den Logos vor der Menschwerdung, S. 299–305.
  2. John M. Frame, The Doctrine of GodS. 688–690: personale Unterscheidung und das Problem einer bloß modalistischen Deutung.
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