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CHRISTOlogisch · Trinität · B02

Johannes 17 nennt den Vater den allein wahren Gott

3 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Jesus nennt den Vater in Johannes 17,3 den „allein wahren Gott“ und unterscheidet sich von ihm. Wenn diese Bezeichnung exklusiv ist, kann Jesus doch nicht selbst wahrer Gott sein.

1. Der Vater ist der allein wahre Gott

Jesus redet den Vater an. Das darf nicht dadurch umgangen werden, dass man „dich“ nachträglich durch „die Trinität“ ersetzt. Der Vater ist wahrer Gott; es gibt neben diesem Gott keinen zweiten wahren Gott. Daraus folgt aber noch nicht, dass der Sohn eine von diesem Gott getrennte, nichtgöttliche Wirklichkeit sein muss. Genau diese Voraussetzung müsste der Einwand erst beweisen.

Die Exklusivität richtet sich gegen andere Götter. Ob der Sohn zu diesen angeblichen anderen Göttern oder zur einen göttlichen Wirklichkeit gehört, entscheidet der Zusammenhang des Evangeliums. Die trinitarische Antwort nimmt das „allein“ deshalb vollständig ernst.[1]

2. Zwei Verse später steht Jesu vorweltliche Herrlichkeit

In Johannes 17,5 bittet Jesus um die Herrlichkeit, die er beim Vater hatte, bevor die Welt existierte. Der Satz spricht von wirklichem Besitz in einer Beziehung: Ich hatte Herrlichkeit bei dir. Er sagt nicht lediglich, dass Gott irgendwann plante, einen Menschen zu verherrlichen. Johannes 17,24 ergänzt die vorweltliche Liebe des Vaters zum Sohn.

Beide Sätze gehören zu demselben Gebet wie Vers 3. Ein nur menschlicher Messias, der vor seiner Geburt lediglich als Gedanke in Gottes Plan existierte, ist keine ausreichende Erklärung für diese Sprache. Johannes hat die personale Präexistenz bereits in 1,1–3 eingeführt: Das Wort war bei Gott und war Gott.

3. Johannes unterscheidet Personen, ohne Gottheit zu trennen

Johannes 20,28 lässt Thomas den auferstandenen Jesus als seinen Herrn und Gott anreden. Jesus weist ihn nicht zurecht, sondern spricht über seinen Glauben. Wer Johannes 17,3 so liest, dass der Evangelist Jesus grundsätzlich aus dem wahren Gottsein ausschlösse, bringt Johannes gegen seine eigene ausdrückliche Aussage auf.

Auch Johannes 5,23 ist für die Frage nach angeblich minderrangiger Gottheit entscheidend: Alle sollen den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Im streng monotheistischen Rahmen des Evangeliums ist der Sohn kein zweiter Gegenstand einer geringeren Form von Gottesverehrung. Seine Ehre gehört zur Ehre des Vaters.

4. Die gemeinsame Erkenntnis ist selbst ein Hinweis

Johannes 17,3 beschreibt das ewige Leben als Erkenntnis des Vaters und des von ihm gesandten Jesus Christus. Der Sohn wird in diese heilbringende Gotteserkenntnis hineingenommen. Das allein wäre noch keine vollständige Trinitätslehre; zusammen mit seiner vorweltlichen Herrlichkeit, seiner Schöpferstellung und Thomas’ Bekenntnis ergibt sich jedoch ein geschlossener Zusammenhang.[1]

Die Unterscheidung von Sender und Gesandtem erklärt, warum Jesus nicht der Vater ist. Sie erklärt nicht, warum er kein Gott sein sollte. Sendung ist eine Beziehung zwischen Personen, keine automatische Einstufung des Gesandten als Geschöpf. Der Einwand verwechselt beides. Das Gebet bekennt den einen wahren Gott und offenbart zugleich die ewige Gemeinschaft von Vater und Sohn.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. John M. Frame, The Doctrine of GodKap. 28, Einwand zu Johannes 17,3, S. 683–684.
  2. Robert L. Reymond, A New Systematic Theology of the Christian FaithKap. 8, „The Son’s Eternal Preexistence“, S. 230–232.
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