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CHRISTOlogisch · Trinität · C12

Jesus nur als Werkzeug der Schöpfung?

2 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Gott erschafft durch Jesus. Das könnte bedeuten, dass der Vater der eigentliche Schöpfer ist und Jesus nur sein zuerst geschaffenes Werkzeug. Ein Vermittler muss nicht dieselbe Natur wie sein Auftraggeber haben.

1. Die Präposition allein liefert keine Rangordnung

„Durch“ beschreibt eine Beziehung im Handeln. Es bedeutet nicht von sich aus „durch ein minderwertiges Werkzeug“. Römer 11,36 sagt von Gott selbst, dass alles aus ihm, durch ihn und zu ihm ist. Dieselbe Präposition kann also gerade göttliche Ursächlichkeit ausdrücken.

Ob ein vermittelnder Akteur geschaffen oder ungeschaffen ist, muss aus weiteren Aussagen folgen. Wer das schon in das Wort „durch“ hineinliest, setzt seine Antwort vor die Auslegung.

2. Johannes formuliert den Ausschluss umfassend

Johannes 1,3 sagt zunächst positiv, dass alles durch den Logos geworden ist, und anschließend negativ, dass ohne ihn nichts Gewordenes geworden ist. Die zweite Aussage verhindert, dass „alles“ beiläufig als eine unbestimmte Menge verstanden wird. Der Logos wird der Gesamtheit des Gewordenen gegenübergestellt.

Wäre er selbst geworden, gehörte er genau zu der Klasse, für die der Satz sein Wirken voraussetzt. Die Ausweichlösung „alles außer ihm“ muss diese Ausnahme erst hinzufügen. Der Prolog selbst beginnt bereits mit seinem Sein im Anfang und nennt ihn Gott.

3. Christus ist auch Ziel und Erhalter

Kolosser 1,16 sagt nicht nur, alles sei durch Christus geschaffen. Es ist auch auf ihn hin geschaffen. Vers 17 beschreibt den Bestand aller Dinge in ihm. Hebräer 1,3 spricht entsprechend vom Tragen des Alls durch sein machtvolles Wort.[1]

Ein endliches Werkzeug erklärt diese Verbindung von Ursprung, Ziel und fortdauerndem Bestand nicht. Der Sohn erhält nicht bloß einen Auftrag innerhalb eines vorhandenen Universums. Das Universum selbst verdankt ihm seine Existenz und steht auf ihn hin.

4. Der eine Schöpfer handelt als Vater und Sohn

Jesaja 44,24 betont, dass JHWH allein Himmel und Erde ausspannt. Das Neue Testament führt Jesus nicht als einen fremden Schöpferhelfer neben JHWH ein. Es nimmt ihn in die Beschreibung dieses einen schöpferischen Handelns auf.

Der Vater schafft durch den Sohn: Das unterscheidet die Personen, ohne zwei getrennte Schöpfungsleistungen oder eine Arbeitsteilung zwischen Gott und einem Geschöpf zu behaupten. Die trinitarische Erklärung hält dadurch beide Textgruppen zusammen. Der unitarische Werkzeuggedanke muss dagegen die umfassenden Aussagen über das Gewordene einschränken und die Einzigkeit des Schöpfers mit einem zusätzlichen geschaffenen Mitschöpfer vereinbaren.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. Robert L. Reymond, A New Systematic Theology of the Christian FaithKolosser 1 und Hebräer 1: Schöpfung, Erhaltung und Ziel aller Dinge.
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