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CHRISTOlogisch · Trinität · E06

Warum tritt der Geist bei Gott für uns ein?

2 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Wenn der Geist bei Gott Fürbitte hält, scheint er entweder ein anderer Gott oder ein untergeordneter Helfer zu sein. Ist er hingegen Gottes eigenes Wesen, wäre die Fürbitte nur ein Selbstgespräch.

1. Paulus unterscheidet unsere Schwachheit von seinem Beistand

Wir wissen nach Römer 8,26 nicht angemessen, was wir beten sollen. Der Geist nimmt sich gerade dieser Schwachheit an. Seine Fürbitte ist daher keine Ergänzung eines Mangels in Gott, sondern Hilfe für einen Mangel in uns. Wer den Text zu einem Informationsaustausch unter unvollständig informierten Göttern macht, verlegt die Schwachheit an die falsche Stelle.

Die unaussprechlichen Seufzer bezeichnen das Eintreten des Geistes in unserer Not. Der Text muss nicht so verstanden werden, als benötige Gott hörbare Laute, um den Geist zu verstehen.

2. Gott kennt die Gesinnung des Geistes

Vers 27 erklärt, dass der Herzenskenner weiß, was die Gesinnung des Geistes ist. Dessen Fürbitte entspricht Gott. Es gibt weder einen geheimen Plan des Geistes noch einen Widerstand des Vaters, den er erst überwinden müsste. Der Trost liegt gerade in der vollkommenen Übereinstimmung des Eintretenden mit Gottes Willen.

1. Korinther 2 vertieft dieselbe Beziehung: Der Geist kennt Gottes Tiefen. Die göttliche Erkenntnis muss nicht durch Verhandlungen zwischen selbständigen Wissenszentren vervollständigt werden.[1]

3. Beziehung verlangt Unterscheidung, nicht Trennung

Paulus beschreibt tatsächlich einen personalen Bezug. Der Geist ist nicht einfach ein anderer Name für unsere eigenen religiösen Gefühle. Aus einer Beziehung zwischen Geist und Gott folgt aber nur dann ein zweites göttliches Wesen, wenn jede personale Unterscheidung bereits als Trennung des Wesens definiert wird.

Diese Definition wäre bei menschlichen Individuen naheliegend, ist für die eine ungeteilte Gottheit jedoch gerade die strittige Voraussetzung. Der Text darf seine eigenen Unterscheidungen machen, ohne in ein vorher festgelegtes Menschenmodell gepresst zu werden.

4. Das Kapitel verbindet den Beistand des Geistes mit dem des Sohnes

Römer 8,34 spricht auch von Christi Eintreten für uns. Der Geist hilft in unserer Schwachheit; der erhöhte Sohn tritt für die Seinen ein. Beides gehört zu dem einen göttlichen Heilshandeln, dessen Ziel die Gemeinschaft der Kinder Gottes mit dem Vater ist.

Für Christen liegt darin eine präzise Zusage: Unser Zugang zu Gott hängt nicht an der Vollkommenheit unserer Formulierungen. Gott selbst sorgt durch Sohn und Geist für die Seinen. Diese personale Fülle ist weder göttliche Uneinigkeit noch ein bloßes Rollenspiel.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. John M. Frame, The Doctrine of GodKap. 28, S. 686–687: Personalität, göttliche Erkenntnis und Beistand des Geistes.
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