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CHRISTOlogisch · Trinität · L03

Was verändert die Trinität für Gebet und Glaubensleben?

3 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Für das alltägliche Vertrauen auf Gott scheint die Trinität entbehrlich. Reicht es nicht, Gott zu lieben, zu ihm zu beten und Jesus nachzufolgen, ohne die Beziehungen zwischen Vater, Sohn und Geist zu behandeln?

1. Paulus beschreibt unseren Zugang zu Gott trinitarisch

Epheser 2,18 sagt, dass wir durch Christus in einem Geist Zugang zum Vater haben. Der Zusammenhang ist die Versöhnung von Juden und Nichtjuden durch das Kreuz. Die trinitarische Struktur steht damit mitten in der Erklärung, weshalb Sünder gemeinsam zu Gott kommen dürfen.

Das „durch“ bezeichnet Christi vermittelndes Werk, das „in“ die Gegenwart und Wirksamkeit des Geistes, das „zum“ die Gemeinschaft mit dem Vater. Das ist kein Weg durch drei Abstandsstufen zu einem fernen höchsten Gott. Der eine Gott selbst eröffnet und trägt unseren Zugang.

2. Der Geist hilft nicht nur von außen

Römer 8 verbindet den Geist Gottes mit dem Geist Christi (Vers 9), das Zeugnis unserer Kindschaft (Vers 15–16) und seine Fürbitte in unserer Schwachheit (Vers 26–27). Christliches Gebet beruht deshalb nicht darauf, dass wir aus eigener Kraft die richtigen Worte finden.

Der Geist, der Gottes Tiefen kennt, hilft den Glaubenden in ihrer begrenzten Erkenntnis. Galater 4,4–6 verbindet die Sendung des Sohnes mit der Sendung des Geistes des Sohnes in unsere Herzen. Der Ruf zum Vater entsteht innerhalb dieses göttlichen Heilshandelns.[1]

3. Die Ehre des Sohnes konkurriert nicht mit der Ehre des Vaters

Johannes 5,23 verlangt, den Sohn zu ehren, wie man den Vater ehrt. Die Anbetung Christi nimmt dem Vater deshalb keine Ehre weg. Stephanus ruft den erhöhten Herrn Jesus an (Apostelgeschichte 7,59); Offenbarung 5,13 richtet den gemeinsamen Lobpreis an den Thronenden und das Lamm.

Das häufige neutestamentliche Grundmuster ist das Gebet zum Vater durch den Sohn im Geist. Die direkte Anrufung Jesu ist ebenfalls ausdrücklich bezeugt. Beim Geist liegt nicht dieselbe Fülle eindeutiger direkter Gebetsanreden vor; seine volle Gottheit begründet dennoch, dass er nicht aus der göttlichen Verehrung ausgeschlossen werden darf. Die Unterscheidung der biblischen Beleglage verhindert starre oder überzogene Gebetsregeln.

4. Die Lehre schützt den Inhalt des Trostes

Wäre Jesus nur ein Geschöpf, wäre sein Kreuz nicht die Selbsthingabe des göttlichen Sohnes. Wäre der Geist nur eine Kraft, wäre Gottes Gegenwart in uns nicht das personale Wirken dessen, der uns kennt und für uns eintritt. Wäre der Sohn bloß eine Maske des Vaters, wäre seine Fürsprache beim Vater keine wirkliche Beziehung.

Die Trinität schützt damit gerade das, worauf Christen vertrauen: Der Vater nimmt uns an, weil der Sohn uns versöhnt; der Geist bezeugt und verwirklicht unsere Gemeinschaft mit Gott. Das ist kein verdienstliches Wissen, das den Zugang erst verdient. Es ist die Erklärung des geschenkten Zugangs und deshalb Nahrung für Gewissheit, Anbetung und Gebet.[2]

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. Robert L. Reymond, A New Systematic Theology of the Christian FaithS. 313–315: Gottheit und Heilswirken des Geistes, einschließlich Kindschaft und Fürbitte.
  2. John M. Frame, The Doctrine of GodKap. 28, S. 638–639: die Verbindung von Offenbarung, Erlösung und trinitarischer Anbetung.
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