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CHRISTOlogisch · Trinität · E04

Wird der Heilige Geist wirklich als Gott erkannt?

2 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Wer Gottes Boten belügt, belügt damit Gott. Deshalb müsse die Gleichsetzung in Apostelgeschichte 5,3–4 den Geist nicht selbst zu Gott machen. Könnte er nicht bloß Gottes wirksame Gegenwart sein?

1. Petrus beschreibt die Lüge als Begegnung mit Gott

Apostelgeschichte 5 nennt zuerst das Belügen des Heiligen Geistes und erläutert anschließend, Hananias habe Gott belogen. Eine Vertretungsdeutung ist als allgemeine Möglichkeit denkbar. Sie ist aber noch keine Erklärung dieses Geistes, sondern muss am weiteren Befund geprüft werden. Der Text selbst nimmt keinen Wechsel von einem geschaffenen Boten zu dessen fernem Auftraggeber vor.

2. Der Geist kennt Gott von innen

1. Korinther 2,10–11 bietet einen besonders tiefen Zugang. Paulus vergleicht den menschlichen Geist, der das Innere des Menschen kennt, mit Gottes Geist, der Gottes Tiefen erkennt. Sein Argument lautet nicht, der Geist habe als besonders kluges Geschöpf sehr viel über Gott gelernt. Die Erkenntnis entspricht vielmehr Gottes eigener innerer Erkenntnis.[1]

Der Vergleich soll nicht behaupten, der Geist sei eine abtrennbare psychologische Fähigkeit Gottes. Er zeigt, weshalb Offenbarung durch den Geist zuverlässig Gottes Sache erschließt: Der Offenbarende steht nicht außerhalb Gottes und errät dessen Gedanken.

3. Seine Gegenwart macht die Gemeinde zu Gottes Tempel

In 1. Korinther 3,16 begründet Paulus das Tempelsein der Gemeinde mit dem Wohnen des Geistes. In 6,19 nennt er den Leib einen Tempel des Heiligen Geistes. Ein Tempel gehört in diesem Zusammenhang dem Gott, dessen heilige Gegenwart darin wohnt. Der Geist ist nicht bloß eine Lampe oder ein Diener im Tempel.[1]

Hinzu kommt, dass Hebräer 3 die Stimme des Psalms als gegenwärtiges Sprechen des Heiligen Geistes einführt. Die Stimme Gottes erreicht die Gemeinde durch ihn als den göttlichen Sprecher.

4. Personalität und Gottheit werden gemeinsam begründet

„Gottes Gegenwart“ ist keine Alternative zur Gottheit des Geistes, sofern damit Gottes eigene personale Gegenwart gemeint ist. Problematisch wird der Ausdruck erst, wenn er den Geist zu einer unpersönlichen Wirkung macht. Denn derselbe Geist teilt Gaben nach seinem Willen aus, spricht und tritt für die Heiligen ein.

Die Aussage beruht somit nicht auf einer einzigen Gleichsetzung. Gottes Selbsterkenntnis, heilige Tempelgegenwart, souveränes Handeln und personales Sprechen greifen ineinander. Der Geist ist weder ein zweiter Gott neben Gott noch ein geschaffener Informationsübermittler. In ihm begegnet und erschließt sich der eine Gott selbst.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. John M. Frame, The Doctrine of GodKap. 28, S. 686–687: Gottheit, Eigenschaften und Wirken des Geistes.
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