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CHRISTOlogisch · Trinität · A01

Das Wort Trinität fehlt in der Bibel

3 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Weder das Wort „Trinität“ noch die fertige Formel „ein Wesen, drei Personen“ steht in der Bibel. Wird damit nicht eine spätere kirchliche Lehre über das geschriebene Wort gestellt?

1. Die Schrift bindet uns an ihren Sinn

Eine Lehre ist biblisch, wenn sie aussagt, was die Schrift lehrt. Sie muss dafür nicht jeden Satz ausschließlich aus biblischen Einzelwörtern bilden. Sonst wäre schon jede Übersetzung und jede erklärende Predigt unzulässig. Thomas von Aquin trifft diesen Punkt präzise: Neue Begriffe können nötig werden, um den überlieferten Glaubensinhalt gegen eine neue Verfälschung festzuhalten. Entscheidend ist, ob sie den Sinn der Schrift bewahren.[1]

Auch „Nur Aussagen mit ausdrücklich biblischen Fachbegriffen sind verbindlich“ ist kein biblischer Lehrsatz. Der Einwand führt also selbst eine zusätzliche Regel ein. Diese Regel darf nicht darüber entscheiden, welche Folgerungen wir aus Gottes Wort ziehen dürfen.

2. Drei Aussagen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden

Erstens: Es gibt nur einen Gott (5. Mose 6,4; Jesaja 45,5). Zweitens: Vater, Sohn und Geist sind wirklich unterschieden. In Johannes 14,16 bittet der Sohn den Vater, und der Vater gibt einen anderen Beistand. Drittens: Der Sohn und der Geist gehören auf die Seite Gottes, nicht auf die Seite seiner Geschöpfe. Johannes 1,3 schließt alles Gewordene in das Schöpfungswerk des Wortes ein. Apostelgeschichte 5,3–4 bezeichnet die Lüge gegen den Geist als Lüge gegen Gott.

Diese Aussagen ergeben nicht drei Götter. Der erste Satz verbietet das. Sie ergeben auch nicht eine einzige Person mit wechselnden Namen. Der zweite Satz verbietet das. Und sie ergeben keine Abstufung von einem wahren Gott zu zwei göttlichen Hilfswesen. Dagegen steht der dritte Satz. „Ein Wesen, drei Personen“ hält die drei Aussagen gemeinsam fest.[2]

3. Die Trinität ist schon die Ordnung des christlichen Lebens

Matthäus 28,19 stellt Vater, Sohn und Heiligen Geist gemeinsam in die eine Taufzugehörigkeit. Epheser 2,18 beschreibt denselben Zugang zu Gott: durch Christus, in einem Geist, zum Vater. Die Gemeinde beginnt also nicht mit einem unbestimmten Gott und ergänzt später eine komplizierte Theorie. Taufe, Erlösung und Gebet sind von Anfang an auf Vater, Sohn und Geist bezogen.

Ein einzelnes grammatisches Detail der Taufformel trägt dabei nicht die ganze Lehre. Ihre Stärke liegt darin, dass sie mit den Aussagen über Gottes Einheit, die Gottheit des Sohnes und die Personalität des Geistes zusammenstimmt.

4. Das Bekenntnis dient der Offenbarung

Christen geben dem dreieinigen Gott nicht erst nach einer neutralen Prüfung das Recht, Gott zu sein. Wir denken von seiner Selbstoffenbarung her. Gerade deshalb müssen unsere Erklärungen der Schrift entsprechen. Das Bekenntnis ist verbindlich, weil es Gottes Wort sachgerecht zusammenfasst; die Kirche hat Gottes Wesen weder geschaffen noch durch Abstimmung festgelegt.

Die zielführende Rückfrage lautet deshalb: Welche der biblischen Aussagen soll mit dem Hinweis auf das fehlende Wort aufgehoben werden? Das Fehlen einer späteren Bezeichnung widerlegt keinen einzigen dieser Texte.

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. Thomas von Aquin, Summa theologiaeI, q. 29, a. 3, Antwort auf Einwand 1: biblischer Sinn und spätere Begrifflichkeit.
  2. Wayne Grudem, Biblische DogmatikKap. 14: „Gott in drei Personen“; insbesondere die drei zusammengehörenden Aussagen.
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