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CHRISTOlogisch · Trinität · D05

Warum sich der Sohn am Ende unterordnet

3 Minuten Lesezeit · Mit Bibeltexten und Quellen

Der Einwand

Nach 1. Korinther 15,28 unterwirft sich der Sohn auch am Ende dem Vater. Seine Unterordnung kann also nicht nur auf die Zeit vor der Auferstehung begrenzt sein. Ist er damit nicht dauerhaft weniger als Gott?

1. Paulus beschreibt den Sieg des letzten Adam

Das Kapitel behandelt Auferstehung und die Überwindung des Todes. Wie durch einen Menschen der Tod kam, kommt durch einen Menschen die Auferstehung. Christus erscheint als Haupt einer neuen Menschheit. Seine Herrschaft bringt die Feinde unter seine Füße und erreicht ihr Ziel in der Beseitigung des Todes.

Diese menschliche Stellvertretung ist kein Nebengedanke. Sie bestimmt, in welcher Hinsicht Paulus von Christi Auftrag und seiner Vollendung spricht.

2. Der Vater wird nicht zum unterworfenen Feind

Paulus verbindet die Herrschaft des Messias mit der Aussage aus Psalm 8, dass ihm alles unterworfen ist. Dann erklärt er ausdrücklich, dass der Unterwerfende selbst davon ausgenommen bleibt. Damit verhindert er eine falsche Folgerung aus „alles“: Christus besiegt nicht den Vater und übernimmt nicht dessen Stellung als rivalisierender Gott.

Die anschließende Unterordnung des Sohnes führt dieselbe Ordnung zum Ziel. Der messianische König übergibt dem Vater das vollendete Reich. Das ist die Erfüllung seiner Sendung, nicht seine Niederlage.

3. Die Menschwerdung endet nicht an Ostern

Die Antwort kann tatsächlich nicht lauten, jeder Gehorsam Jesu ende mit seiner irdischen Erniedrigung. Der auferstandene Sohn bleibt Mensch. Hebräer 7 beschreibt sein bleibendes priesterliches Eintreten; Frame bezieht entsprechend auch die endgültige Unterordnung auf den bleibend menschlichen Mittler.[1]

Die Person heißt weiterhin „der Sohn“, auch wenn eine Aussage sie in ihrer menschlichen Sendung betrifft. Dass Paulus den personalen Namen verwendet, beseitigt nicht den christologischen Zusammenhang. Sonst könnte derselbe Name auch bei „der Sohn starb“ nur seine göttliche Natur meinen.

4. Vollendung bedeutet keinen Verlust göttlicher Herrschaft

Lukas 1,33 verheißt ein Reich ohne Ende. Die Übergabe in 1. Korinther 15 ist damit nicht als Auflösung aller Herrschaft Christi zu lesen, sondern als Vollendung der gegen die Feinde gerichteten messianischen Aufgabe. Gottes unangefochtene Herrschaft ist ihr Ziel.

Der bleibende Gehorsam des Menschgewordenen widerspricht seiner Gottheit ebenso wenig wie seine bleibende Menschheit. Er zeigt, dass unsere Erlösung in der vollkommenen Gemeinschaft mit Gott endet, die Christus als letzter Adam für uns eröffnet.

5. Was bedeuten Zugehörigkeit und Hauptsein?

In 1. Korinther 3,21–23 beseitigt Paulus den Stolz auf einzelne Gemeindeleiter: Paulus, Apollos und Kephas stehen im Dienst der Gemeinde; die Gemeinde gehört Christus, Christus Gott. Das ist eine Ordnung der Zugehörigkeit, keine Liste verschiedenartiger Wesen. Schon die Apostel und die Gemeindeglieder unterscheiden sich durch ihr Verhältnis nicht in ihrem Menschsein. Ebenso lässt sich aus Christi Zugehörigkeit zu Gott nicht ohne zusätzliche Begründung eine geschaffene Natur ableiten.[2]

1. Korinther 11,3 bezeichnet Gott als Haupt Christi und den Mann als Haupt der Frau. Wie man den genauen Sinn von „Haupt“ hier bestimmt: Die Beziehung macht die Frau nicht weniger menschlich als den Mann. Auch bei Christus darf aus einer Ordnung nicht unvermittelt eine geringere Natur werden. Sein messianisches Verhältnis zum Vater ist wirklich; der Text liefert aber keine Grundlage für drei abgestufte göttliche Wesen. Die Verse 11–12 betonen zudem gegenseitige Bezogenheit und den gemeinsamen Ursprung in Gott.[3]

Bibeltexte im Zusammenhang

Quellen und Vertiefung

  1. John M. Frame, The Doctrine of GodKap. 28, S. 683: bleibende Menschheit und messianische Unterordnung.
  2. 1. Korinther 3,21–23Zugehörigkeit zu Christus und Gott im Zusammenhang der Überwindung von Parteiungen.
  3. 1. Korinther 11,3.11–12Hauptbeziehungen unterscheiden nicht automatisch höhere und niedrigere Naturen; Mann und Frau bleiben aufeinander bezogen.
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